Hilfe und Zuflucht
für misshandelte Frauen
und ihre Kinder

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Offenbach

Aktuell


PRESSEMITTEILUNG

25.11.2020

Stellungnahme von Frauen helfen Frauen e.V. Offenbach zur Ablehnung des Antrags der SPD auf eine Platzerweiterung für das Frauen- und Kinderhaus gemäß der Istanbul Konvention durch die Stadtverordnetenversammlung Offenbach

Treffenderweise unter dem Titel „An der Realität vorbei“ erschien am 10.11.2020 ein Artikel in der Offenbach Post, in dem über die Absage der Platzerweiterung im Offenbacher Frauen- und Kinderhaus durch die Stadtverordnetenversammlung berichtet wurde. 

Gemäß Art. 23 der Istanbul-Konvention, die 2018 von Deutschland ratifiziert wurde, müssen für alle von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und deren Kinder geeignete, leicht zugängliche Schutzunterkünfte in ausreichender Zahl vorhanden sein. Entsprechend der Forderungen der Istanbul-Konvention fehlen in Hessen aktuell rund 300 Schutzplätze/Zimmer (=Family Places) mit knapp 800 Betten.

Häufig stehen in ganz Hessen nur wenige oder gar keine freien Plätze für akut bedrohte Frauen und Kinder zur Verfügung, so dass nur ein Teil der Hilfesuchenden Schutz in einem Frauenhaus finden kann.

Wie in dem Antrag zur Platzerweiterung der SPD beschrieben fehlen in Offenbach derzeit 2 Familienzimmer, da sich die Anzahl der Zimmer an der Zahl der Einwohner:innen einer Stadt orientiert: Pro 10.000 Einwohner:innen braucht ein Frauenhaus 1 Familienzimmer. In Offenbach gibt es aktuell 10 Familien- und 2 Einzelzimmer, bei 140.000 Einwohner:innen. 

Als Konsequenz daraus ergibt sich, dass aufgrund der fehlenden Kapazitäten nur ein Teil der Hilfesuchenden Schutz im Offenbacher Frauen- und Kinderhaus finden kann und akut bedrohte Frauen und Kinder umständlich weiter vermittelt werden müssen. 

Mit Erstaunen lesen wir, das Frauen- und Kinderhaus sei die letzte Alternative, wobei die Flucht ins Frauenhaus doch für eine Vielzahl von Schutzsuchenden die einzige – und oftmals auch die erste – Alternative überhaupt ist. Auch scheint nicht allen Stadtverordneten klar, welche Arbeit von den Mitarbeiterinnen tatsächlich geleistet wird: so ist Gewaltprävention gerade während des Aufenthaltes im Frauen- und Kinderhaus ein Kernstück der pädagogischen Arbeit. Immerhin gilt es, nicht zuletzt Jungen und Mädchen, aber auch deren Mütter, für gängige Opfer*-Täter*-Verhaltensweisen zu sensibilisieren. 

Wie in dem Schreiben der Landesarbeitsgemeinschaft der autonomen Frauenhäuser in Hessen und der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Frauenhäuser in Trägerschaft vom Oktober 2020 erläutert, erreichen die Frauenhäuser in Hessen bezüglich der personellen Ausstattung nicht einmal ansatzweise den Schlüssel, welchen Standards des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der Frauenhauskoordinierung und der Zentralen Informationsstelle der autonomen Frauenhäuser vorsehen. Dies führt dazu, dass Frauen und Kinder mit Traumatisierung oder anderen besonderen Problemlagen nicht immer bedarfsgerecht unterstützt werden können. Auch Präventions-, Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit kann, wenn keine Veränderung eintritt, oft nur in zu geringem Umfang geleistet werden. 

Das Hilfsangebot für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder einfach nicht zu erweitern - wie nun in Offenbach geschehen – kann keine Lösung sein, denn zwei fehlende Familienzimmer bedeuten, dass auf lange Sicht bis zu vier Personen weiterhin in einer lebensbedrohlichen Situation leben müssen und keine professionelle Unterstützung bekommen können.

Das Offenbacher Frauen- und Kinderhaus entspricht ohnehin nicht den notwendigen Standards für ein ausreichend ausgestattetes Schutzhaus, nicht nur was den Aspekt der Barrierefreiheit angeht. Der Vorstand von Frauen helfen Frauen e.V. begibt sich daher auf die Suche, zeitnah ein neues Haus mit ausreichenden Plätzen und allen erforderlichen Ausstattungsmerkmalen zu finden und hofft dabei auf größtmögliche Unterstützung vieler Offenbacher:innen aus Politik und Gesellschaft, um dies baldmöglichst umzusetzen.


Pressemitteilung von Frauen helfen Frauen e.V., Offenbach

Beratungs- und Interventionsstelle von Frauen helfen Frauen, Offenbach bietet wieder persönliche Beratungen an verschiedenen neuen Orten an

Ab Montag, den 8. Juni können wieder persönliche Beratungen nach Terminvergabe stattfinden.
Nachdem die Beratungen für Frauen in Offenbach in der Beratungs- und Interventionsstelle nur am Telefon oder nur per e-mail stattfinden konnten, und die Räume der Beratungsstelle unter den neuen Hygiene-Vorschriften zu klein und zu eng sind, haben die Beraterinnen von Frauen helfen Frauen in Offenbach neue Räume gefunden.
Die Beratungsstelle für Frauen, Fachberatungsstelle bei Häuslicher Gewalt, bietet Beratung nach dem Gewaltschutzgesetz, für Frauen, die sich in einer akuten Krise befinden oder sich beraten lassen möchten bei Partnerproblemen, bei Trennung und Scheidung.
Die Offene Sprechstunde für Kurzberatungen können wieder in der Beratungsstelle in der Bieberer Str. 17 donnerstags von 10-12 Uhr stattfinden.
Die Beratungen nach Terminvereinbarung finden am Montag im Nordend am Goetheplatz, am Dienstag in der VHS in der Berliner Straße und am Donnerstag in Räumen am Mathildenplatz statt.

Termine können telefonisch unter 069 – 82995710 oder unter 069 - 816557 vereinbart werden.

Die Beratungen finden wieder persönlich statt, unter Einhaltung der entsprechenden Hygiene- und Schutz-Maßnahmen: Bei Eintritt in die Gebäude, bitte Masken tragen, vor der Beratung Hände waschen und während der Beratung den notwendigen Abstand von mindestens 1,5 m einhalten und es müssen Anwesenheitslisten geführt werden.

Info und Kontakt:
Frauen helfen Frauen e.V., Offenbach
Bieberer Str. 17
63065 Offenbach
Tel.: 069-82995710 und 069-816557

e-mail:
beratung@frauenhaus-offenbach.de
info@frauenhaus-offenbach.de

Internet: www.frauenhaus-offenbach.de

Offenbach, den 04.06.2020
Heidi Balthasar


 Informationen zu COVID-19

Die Corona Krise trifft uns alle schwer. Die Menschen sind angehalten zu Hause, zu bleiben. Doch gerade innerhalb der eigenen vier Wände ist das Risiko für Frauen und Kinder Opfer von häuslicher Gewalt zu werden am größten. Die aktuelle Ausnahmesituation, die Reduktion der sozialen Kontakte, finanzielle und existenzielle Sorgen und die Isolation können bei Menschen unterschiedliche Wesenszüge zum Vorschein bringen. Das kann für viele Frauen und Kinder gefährlich, wenn nicht sogar lebensbedrohlich werden.

Das Frauen- und Kinderhaus Offenbach und unsere angeschlossene Fachberatungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt sind auch in dieser Krise für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder da.

Beratungen finden derzeit  telefonisch oder digital per Mail statt. 
Unter der 069 - 816557 erreichen Sie unsere Beratungsstelle  Montags bis Freitags von 9 - 16  Uhr. Sie können auch einen festen Telefontermin vereinbaren. Digitale Anfragen richten Sie bitte an beratung@frauenhaus-offenbach.de. Die Offene Sprechstunde findet bis auf weiteres nicht statt - auch hier sind telefonische Anfragen willkommen.

Darüber hinaus bleiben unsere allgemeinen Telefonzeiten in der Geschäftsstelle 069-82995710  Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:00 Uhr bestehen. Das Frauen-und Kinderhaus erreichen Sie unter 069-886139.

Aufnahmen ins Frauen- und Kinderhaus können derzeit nur nach telefonischer Vorabsprache  vereinbart werden.  Dafür rufen Sie bitte die o.a. Nummern an. Für freie Plätze in Hessen gehen Sie bitte auf frauenhaeuser-hessen.de.

Notaufnahmen außerhalb unserer Sprechzeiten (s.o.) ins Frauen- und Kinderhaus sind derzeit wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr leider nicht möglich.

Für von häuslicher Gewalt betroffene Offenbacherinnen besteht die Möglichkeit, über die Polizei anderweitig  untergebracht zu werden.

Zusätzlich möchten wir auf das bundesweite Hilfetelefon aufmerksam machen. Dieses erreichen Sie an 24 Stunden, 7 Tage die Woche kostenfrei unter: 08000 116 016.Desweiteren wurde eine eigene Website geschaltet - unter: https://staerker-als-gewalt.de hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) alle Informationen rund um das Thema Häusliche Gewalt zusammengetragen.

Nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt, sondern zu jeder Zeit gilt: Wenn Sie und Ihre Kinder sich in einer akuten Bedrohungssituation befinden, wenden Sie sich bitte immer direkt an die Polizei unter 110.

Unter info@frauenhaus-offenbach.de  können Sie sich ebenfalls jederzeit mit Ihrem Anliegen an uns wenden.

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Wir freuen uns sehr über Geldspenden, da wir wie viele anderen auch davon ausgehen, dass wir die finanziellen Auswirkungen von Covid_19 spüren werden. Ihre Spenden fließen direkt in die Arbeit mit den Frauen und Kindern.

Wir bedanken uns herzlich für die Anfrage von Menschen, die uns ehrenamtlich unterstützen wollen oder uns Sachspenden zukommen lassen wollen. Leider können wir diese Angebote momentan zu ihrem und unserem Schutz vor einer Ansteckung mit Covid_19 nicht annehmen und bitten um Ihr Verständnis.

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Derzeit gibt es viele Presse- und Interviewanfragen. Wir sehen es als positives Zeichen, dass die Situation von Frauen und Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, als auch die Situation der Frauenhäuser generell und aktuell so sehr in den Fokus rückt. Leider können wir aus organisatorischen und zeitlichen Gründen nicht immer alle Anfragen beantworten oder zur Verfügung stehen, bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte unter 069-82995710 oder info@frauenhaus-offenbach.de.

Kommen Sie gut durch diese herausfordernde Zeit, – Ihr Team von Frauen helfen Frauen e.V. Offenbach 

 


Wohnungsnot: Dauerbelegung des Frauenhauses führt zu erheblichen Einschränkungen

(Symbolbild) © picture alliance/dpa/Maja Hitij

 (Symbolbild) © picture alliance/dpa/Maja Hitij

Für Betroffene von häuslicher Gewalt, ob physisch oder psychisch, stellt der Gang ins Frauenhaus häufig den letzten Ausweg aus einer im Zweifel lebensbedrohlichen Situation dar.

  • Frauenhäuser oft als letzter Ausweg
  • Wohnungsnot belastet auch Frauenhaus Offenbach
  • Frauenhaus als Übergangslösung immer länger genutzt

Offenbach –  Fernab von ihrem Wohnort und an einer geheimen Adresse bekommen betroffene Frauen von häuslicher Gewalt in diesen Einrichtungen nicht nur unmittelbare Hilfe und Beratung, sondern vor allem eine vorübergehend geschützte Unterkunft, in der sie von dem gewalttätigen Partner nicht gefunden werden können und sicher sind.

Doch wie Gloria Schmid, von der Beratungsstelle „Frauen Helfen Frauen“, die das Offenbacher Frauenhaus betreibt, erzählt, zieht sich diese Übergangslösung für viele Frauen schon seit geraumer Zeit immer häufiger in die Länge.

Sie beklagt, dass es aufgrund steigender Mieten immer schwieriger werde, bezahlbare Wohnungen für diejenigen zu finden, die aus dem Frauenhaus ausziehen und fortan ein neues Leben in der Stadt beginnen möchten.

Offenbach: Übergangslösung im Frauenhaus zieht sich immer häufiger in die Länge

Als Beispiel nennt sie eine Frau, die anderthalb Jahre in der Einrichtung gelebt hat, bis vor Kurzem endlich eine Wohnung gefunden wurde, in die sie einziehen kann. „Die Stadtentwicklung geht zulasten derjenigen, die aus einer Gefährdungssituation zu uns kommen“, kommentiert Schmid den gegenwärtigen Zustand.

Zwar existiere eine freiwillige Selbstverpflichtung, in welcher sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBO dazu bekenne, betroffenen Frauen bevorzugt Wohnraum zu vermitteln, doch all zu häufig zeige diese Regelung nach ihrer Erfahrung keinerlei Wirkung.

Offenbach Frauenhaus: Betroffene finden keine neue Wohnung

Hinzu kommt, dass das Problem einem Teufelskreis gleicht. Eine Folge des schwierigen Wohnungsmarkts: Betroffene wollen aus der als Übergang gedachten Schutzeinrichtung wieder auszuziehen, finden jedoch keine Wohnung; sie bleiben weiterhin im Frauenhaus und blockieren somit gewissermaßen den Platz für andere Schutzsuchende.

Und der Platz in der Offenbacher Einrichtung sei sowieso schon viel zu eng bemessen, weiß Schmid zu berichten. Auf zwei Stockwerken bietet das Haus 32 Plätze auf zwölf Zimmer verteilt, die in der Regel immer voll belegt sind. Sie spricht davon, dass das Frauenhaus um mindestens zwei zusätzliche Zimmer erweitert und im besten Fall auch barrierefrei gestaltet werden müsse.

Offenbach: Frauenhaus fordert Zugriff auf freie Wohnungen

Doch damit allein sei das Problem noch lange nicht gelöst, ist sich Gloria Schmid sicher. „Wir können nicht einfach nur die Einrichtung vergrößern, sondern was wir wirklich brauchen, ist der Zugriff auf freie Wohnungen“, fasst sie eine der dringendsten Forderungen des Vereins zusammen.

Zwei zusätzliche Zimmer im Frauenhaus sowie jährlich 15 Wohnungen, zu denen sich die GBO selbst verpflichtet hat, wären die Lösung: „So könnten wir einen schnelleren Durchlauf von etwa einem halben Jahr gewährleisten“, ist Gloria Schmid sicher.

Etwa ein halbes Jahr dauert es ihr zufolge auch, um für die Schutzsuchenden die ersten Schritte eines Neuanfangs in die Gänge zu leiten. Die gehen von der Anmeldung in Kindergärten oder Schulen über die Vermittlung von Sprachkursen oder der Anbindung ans Jobcenter. „Doch dann stagniert es schnell, und das lange Warten ist für die Frauen oft super deprimierend.“

Verstärkt werde diese schwierige Situation zudem noch dadurch, dass viele der Frauen, die Zuflucht in der Einrichtung suchten, zuvor finanziell von ihrem Partner abhängig gewesen seien. „Dann fliehen sie vor der häuslichen Gewalt, doch der Täter kann einfach in der Wohnung bleiben – das kann so nicht sein“, ärgert sich Gloria Schmid.

VON JOEL SCHMIDT
erschienen am 06.02.20 auf op-online.de

 

Wer vor häuslicher Gewalt flieht, kann in einem Frauenhaus Zuflucht finden. Und wie geht es danach weiter? Diese und weitere Fragen beantwortet „Frauen helfen Frauen“ bei einem Tag der offenen Tür.

 

 Neuer Name für unsere Zuflucht:

Das Offenbacher Frauenhaus nennt sich ab sofort "Frauen- und Kinderhaus"

Mit der Umbenennung wollen wir Mitarbeiterinnen von Frauen helfen Frauen e.V. in der Öffentlichkeit sichtbar machen, dass nicht nur Frauen Opfer von häuslicher Gewalt sind, sondern auch Kinder. Wir glauben, dass wir mit der Namensänderung dafür ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen können. Zudem fühlen sich auch die bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen dadurch eher als eigenständige Person wahrgenommen.

Die Arbeit mit den Mädchen und Jungen hat in den vergangenen Jahren gesellschaftlich einen anderen Fokus bekommen. In Offenbach haben wir schon immer im Tandem mit einer Familie gearbeitet: eine Ansprechpartnerin für die Frau, zuständig für deren Themen und Bedarfe - eine weitere Ansprechpartnerin für die Kinder, zuständig für deren Themen und Bedarfe, aber auch Ansprechpartnerin für die Frau in ihrer Rolle als Mutter.

Der Vereinsname "Frauen helfen Frauen e.V." bleibt unverändert.


Artikel: Neuer Name für das Frauenhaus

Erschienen in der Offenbach Post am 11.10.2019 von Anna Kirschner


Leserbrief zum Artikel "Kopftuch sorgt für Zwist" in der Offenbach Post vom 10.09.19

Ausgrenzung in der Arrival City

Spätestens seit dem Urteil des Verfassungsgerichts von 2015 sollte klar sein, dass ein Fall, wie der der Bewerberin um eine Honorarstelle bei der Stadt Offenbach aus dem Jahr 2017, gar nicht vorkommen darf. Matthias Schulze-Böing sagt laut dem Artikel, dass keine religiösen Bekenntnisse während der Dienstzeit abgegeben werden dürfen. Heißt das auch, dass Halsketten mit Kruzifixen oder anderen Symbolen, Weihnachtsgebäck und Adventskalender ab jetzt aus allen Büros verschwinden müssen? Oder geht es nicht vielmehr um die Regulation des weiblichen Körpers, und warum ist es immer und immer wieder das Kopftuch, an dem sich abgearbeitet wird? Hier wird mit zweierlei Maß gemessen: Zum Einen werden nur „nicht-christliche“ Symbole als religiöse Symbole thematisiert und problematisiert – und das in einer Stadt wie Offenbach, die sich als Arrival City deklariert – zum Anderen sind es mal wieder Kleidervorschriften für Frauen.

So werden Frauen Wege in die Selbstbestimmung verwehrt, und ihnen wird abgesprochen, dass sie in ihrer Kleiderwahl selbstbestimmt agieren. Damit werden ihnen Zugänge zum Arbeitsmarkt verschlossen. Eine qualifizierte Bewerberin aufgrund eines Kopftuchs abzulehnen ist nicht nur verfassungswidrig, sondern auch ungeheuerlich. Durch solch eine Praxis schicken Institutionen wie das Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration die arbeitswillige Frau zurück an den Herd und betreiben genau die Ausgrenzung, die sie „anderen Religionen“ vorwerfen. Eine Auseinandersetzung über das Für und Wider des Kopftuchs muss an anderer Stelle und vor allem von und mit Betroffenen geführt werden und nicht als Gegenstand der oben genannten Ausgrenzungspraktik dienen.

Wir von Frauen helfen Frauen Offenbach e.V. verwehren uns gegen jegliche Ausgrenzung von Frauen, insbesondere auch am Arbeitsplatz. Keine und Keiner soll Frauen, wie in der Vergangenheit vorschreiben was sie zu tragen – und was sie nicht zu tragen haben. Auch wenn es schwer fällt, kann Frauen auch nicht „per se“ unterstellt werden, dass sie ihre Kleidung nicht selbst auswählen: weder der Minirock noch das Kopftuch.

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Flyer - Gewalt is krass, Mut ist krasser

Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11. informiert der Verein „Frauen helfen Frauen e.V. Offenbach“ von 12-14 Uhr mit einem InfoStand im RingCenter Offenbach am Main. Zusätzlich wird es, zur gleichen Zeit im RingCenter eine Performance Aktion geben, mit der auf Situation von Frauen, die Gewalt in der Partnerschaft und Familie erfahren haben, aufmerksam gemacht werden soll.

 

Zentrale Informationsstelle
Autonomer Frauenhäuser

• ZIF - Markt 4, 53111 Bonn •

 

Pressemitteilung

Die sog. Istanbul-Konvention (CETS 210) zeigt Schritte und Maßnahmen auf, die Gewalt gegen Frauen wirksam verhüten und bekämpfen könnten!
Was wir jetzt brauchen ist die Bereitschaft diese Schritte zu gehen, auch wenn es etwas kostet!
Sonst bezahlen Frauen, Mädchen und Jungen mit ihrem Leben.

Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen möchten wir an alle getöteten Frauen erinnern. 2016 sind in Deutschland 475 Frauen ermordet worden davon 165 von ihrem Ehemann oder (Ex-)Partner. Über die Zahl der in diesem Zusammenhang getöteten Mädchen und Jungen macht die polizeiliche Kriminalstatistik bisher leider keine belastbaren Aussagen.

Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, dessen Auswirkungen und vor allem dessen Ursachen bis heute nicht in ihrer ganzen Tragweite ernst genommen werden.

Inzwischen gibt es an vielen Orten individuelle Hilfen, auch in Form von sogenannten „Interventionsketten“, die nicht selten die Frauen gängeln und nicht etwa die gewalttätigen Männer.

Eines der größten Empowerment-Hindernisse für Frauen, die von Gewalt betroffen sind ist die Verknüpfung von ALG II oder anderen im SGB geregelten individuellen Leistungsansprüche mit den Ansprüchen von sogenannten „Leistungen“ auf Schutz und Unterstützung.

Diese Form der Finanzierung von Frauenhausaufenthalten individualisiert Gewalt gegen Frauen und wird somit zum Teil des Problems. Gesellschaftliche und systemische Ursachen können weiterhin getrost ignoriert und übergangen werden. Unsere gemeinsame Verpflichtung als Staat und Gesellschaft Gewalt gegen Frauen gar nicht erst in diesem Ausmaß entstehen zu lassen und an den Ursachen von Gewalt zu arbeiten und diese zu ächten gerät dabei zur Nebensache und das Recht auf Schutz und Unterstützung wird zu einem auszuhandelnden individuellen Anspruch gemacht.

Das „private ist politisch“ und dies gilt ebenso umgekehrt, war und ist ein wichtiger Leitsatz der Frauenbewegung. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir in Deutschland endlich die in unserer Gesellschaft verankerten kulturellen, systemischen und strukturellen Bedingungen für Denk- und Handlungsweisen, die Gewalt und insbesondere Gewalt gegen Frauen begünstigen, hervorrufen oder sogar erfordern, erkennen und gemeinsam wirksam dagegen angehen.

Am 1. Februar 2018 tritt das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Kraft. Mit diesem wichtigen Übereinkommen wird für uns in Deutschland ein Meilenstein im Kampf für die Rechte von Frauen zu geltendem Recht.

Erstmalig sieht das Übereinkommen (CETS-210) umfassende und koordinierte Maßnahmen zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen auf allen Gebieten vor:

Datensammlung und systematische Forschung, Prävention, Schutz und Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder, Materielles Recht, Strafverfolgung und Verfahrensrecht, Migration und Asyl, Internationale Zusammenarbeit sowie die systematische Überwachung der Einhaltung des Übereinkommens durch eine unabhängige internationale Expert*innengruppe (GREVIO).

Deutschland verpflichtet sich damit auch, eine oder mehrere staatliche Koordinierungsstelle(n) zur Umsetzung des Übereinkommens einzurichten und die Arbeit einschlägiger nichtstaatlicher Organisationen und der Zivilgesellschaft, die Gewalt gegen Frauen aktiv bekämpfen, zu fördern, auf allen Ebenen zu unterstützen und mit ihnen wirkungsvoll zusammen zu arbeiten.

„Unserer Auffassung nach muss ein unabhängiger zivilgesellschaftlicher Praxisrat zur Umsetzung der Istanbul-Konvention gegründet werden (ZIPIK). Dies ermöglicht zeitnah auf Anforderungen und Probleme bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention zu reagieren“, so Eva Risse von der ZIF.

Die staatliche Koordinierungsstelle sollte wirkungsvoll mit dem unabhängigen Praxisrat zusammenarbeiten und Entscheidungen nur in Absprache mit diesem treffen.

Die Bundesregierung, bzw. die staatliche Koordinierungsstelle sollte dazu verpflichtet werden, in Absprache mit dem unabhängigen Praxisbeirat dem Deutschen Bundestag jährlich Bericht zu erstatten über die Fortschritte und ggfs. Defizite bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention.

Die Umsetzung der Istanbul-Konvention muss überwacht, evaluiert und wissenschaftlich begleitet werden, um die Wirksamkeit von Maßnahmen überprüfen zu können bedarf es daher einer unabhängigen innerstaatlichen Überwachungs-(Monitoring-) Stelle als auch einer unabhängigen Forschungsstelle zur Datensammlung und Forschung zu Prävalenz, Ursachen, Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen und zur Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen. Die wirksame Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Organisationen bzw. des o.g. unabhängigen zivilgesellschaftlichen Praxisrates (ZIPIK) an deren Entwicklung, Einrichtung und den daraus resultierenden weiterführenden Prozessen muss ebenfalls garantiert und finanziert werden.

Stefanie Föhring von der ZIF ist der Meinung: „Die Konvention darf nicht nur auf dem Papier bestehen, dann wäre sie wertlos. Sie muss vollständig in die Praxis umgesetzt werden und genau dort muss sie sich auch bewähren.

Den dringendsten Handlungsbedarf sehen wir, die Autonomen Frauenhäuser, bei folgenden Punkten:

  • Schaffung von genügend Frauenhausplätzen, angelehnt an die Empfehlung der Istanbul-Konvention 1 Familienzimmer (Family Place) auf 10.000 Einwohner*innen (Gesamtbevölkerung)
  • Finanzierung aller Frauenhäuser: pauschal, verlässlich und bedarfsgerecht auf gesetzlicher Grundlage
  • Barrierefreier Zugang zu allen Frauenhäusern
  • Bleiberecht für alle von Gewalt betroffenen Migrantinnen und geflüchteten Frauen (Zurücknahme des Vorbehaltes gegen Artikel 59)
  • Safety First: Vorrang von Sicherheit und Schutz von Müttern und Kindern in Sorgerechts- und Umgangsverfahren

Gewährleistung des Zugangs zu Schutz und bedarfsgerechter Unterstützung für alle von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder: Sicher, schnell, unbürokratisch und bedarfsgerecht!


 

Zeitungsartikel 


NEU !

Seit 1. September bieten wir eine offene Sprechstunde für Kurzberatungen in unserer Beratungsstelle in der Bieberer Str. 17, an.  Wann? Donnerstags, von 10.00 - 12.00 Uhr.

Beratungstermine werden wie bisher unter 069/ 816557 vergeben.


Zuflucht > Wenn Sie in Ihrer Partnerschaft oder Familie seelische oder körperliche Gewalt erleiden oder bedroht werden, können Sie im Frauenhaus Offenbach alleine oder mit Ihren Kindern Schutz und Unterkunft finden. Im Frauenhaus gestalten Sie Ihren Alltag selbst.  Sie versorgen sich und Ihre Kinder und bewohnen mit ihnen ein eigenes Zimmer.      
Mehr zum Frauenhaus >>
   


Beratung > Die Mitarbeiterinnen beraten und unterstützen Sie und Ihre Kinder: 
• wenn Sie über die erlebte Gewalt sprechen möchten und neue  Perspektiven suchen 
• bei persönlichen Problemen und Anliegen
• bei Kontakten zu Ämtern
• wenn Sie Informationen zu rechtlichen und finanziellen Fragen    benötigen
Die Mitarbeiterinnen unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht.
Mehr zur Beratungsstelle >>     


DVD über das Offenbacher Frauenhaus
Zum 15jährigen Jubiläum des Frauenhauses Offenbach haben wir von Katja Ester einen Film über das Frauenhaus erstellen lassen.

Die DVD ist für einen Unkostenbetrag von € 8.- bei uns erhältlich.

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